Kinder für das Handwerk begeistern

Jedes vierte Unternehmen in der Elberegion Meißen/Riesa ist ein Handwerksbetrieb. Ohne erstklassige Qualität, Innovationskraft und kontinuierliche Ausbildung ständen dieser Wirtschaftskraft von nebenan schwierige Zeiten bevor. Mit Jugendcamps in den Sommerferien geht man darum neue Wege.

Darauf muss man erst einmal kommen! Während für die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler "Chillen in der Sommersonne" auf dem Ferienprogramm steht, treffen sich in Riesa 14 Jungen und Mädchen, um eine Arbeitswoche lang früh in den Blaumann zu klettern und zusammen mit den Profis aus dem Handwerk zu arbeiten. Nicht virtuell und theoretisch, sondern ganz praktisch mit den eigenen Händen.

Kinder halten selbst gebasteltes Licht in den Händen

14 Mädchen und Jungen ging beim Handwerker-Jugendcamp in Riesa ein Licht auf.

Kreishandwerkerschaft Meißen-Riesa

Mehr als eine Lampe

„Wir haben verschiedene Ideen diskutiert, mit welchem Produkt wir am besten zeigen können, welche Vielfalt an Talenten und Ideen unser Handwerk braucht und bietet.“, unterstreicht Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Region Meißen. Zusammen mit den Firmen des WIR!-Bündnisses entschied man sich dann für den Bau einer schicken Designlampe in einem trendigen Betonmantel. Warum? Geschäftsführer Jacob gibt Auskunft: „Mit diesem Produkt können wir verschiedene Handwerksinnungen einbeziehen – die Tischler für den Formenbau, den Metallbau für Konstrukt und Funktion, den Betonbauer für Stil und Stabilität sowie die Elektrotechnik für das optimale Licht.“

Alles selbstgemacht

Und weil man in Riesa konsequent denkt, wurden alle erforderlichen Arbeitsschritte zusammen mit den Schülern besprochen, geplant und selber durchgeführt: Das Holz in den erforderlichen Maßen zuschneiden und so zusammenschrauben, dass aber auch kein Milliliter vom flüssigen Beton durch eine Ritze passt. Dann die benötigten Metallteile schneiden und schleifen, damit sie ihre Funktion perfekt erfüllen können. Selbstverständlich den Beton selbst anrühren und eine Konsistenz erreichen, die seine Weiterverarbeitung problemlos macht. Und zum Schluss die Kabel für Stromanschluss und Lampenfassung so verbinden,  dass die neue Lampe in voller Schönheit leuchten kann. Alles Handarbeit mit modernster Technik, alles made in Riesa. Mit sichtbarem Stolz konnten alle Teilnehmer des Handwerker-Jugendcamps ihre selbstgebauten Designlampen mit nach Hause nehmen, wo sie in Zimmern und auf Terrassen den passenden Platz finden werden.

Die schönsten Jobs der Welt

Ob sie alle nun von einem Job als Handwerker träumen? Jens-Torsten Jacob kontert mit einer Gegenfrage: „Was gibt es Schöneres als Handwerk? Am Ende des Tages kann man seine Arbeit betrachten und bewerten. Und da die Kundschaft immer neue Dinge fordert, müssen Neugier, Weiterbildung und Innovationskraft den Alltag des Handwerks bestimmen.“

Für diese „schönsten Jobs der Welt“ wolle man beim Nachwuchs unbedingt werben, um die wirtschaftliche Basis der ländlich und kleinstädtisch geprägten Elberegion zwischen den Metropolen Dresden und Leipzig langfristig attraktiv und sicher zu machen, lenkt Geschäftsführer Jacob den Blick auf das Ziel der Innovationsinitiative Handwerk 4.0.

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