Ein Level höher

Digitale Technik wird in der Landwirtschaft immer bedeutender. "ArtIFARM" will Wissenschaft, Unternehmen und Landwirte besser vernetzen und dabei nicht nur die Ökonomie, sondern vor allem den Menschen im Auge behalten.

Roboter auf einem Feld der eine Tomate pflückt.

Mit digitaler Technik kann man nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch nachhaltiger arbeiten.

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Künstliche Intelligenz auf dem Acker und in der Viehhaltung steigert die Effizienz eines landwirtschaftlichen Betriebes und kann gleichzeitig die Umwelt schonen. So ist die Digitalisierung von einzelnen Abläufen oder Produktionsverfahren bei den meisten Landwirten Alltag. Satellitengesteuerte Landmaschinen, automatisierte Verteilung von Pflanzendünger oder Fütterungsmaschinen erleichtern die Arbeit der Landwirte und sorgen für höhere Erträge. Doch ist die Digitalisierung für viele Betriebe auch eine Herausforderung, so mangelt es zum Beispiel an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über das Wissen zum Bedienen der Maschinen verfügen und oftmals bedeutet die innovative Technik eine zu hohe Investition.

Im WIR!-Bündnis „ArtIFARM – Artificial Intelligence in Farming“ haben sich die Hochschulen Stralsund und Neubrandenburg mit der Universität Greifswald zusammengeschlossen. Sie konnten bisher rund 35 Partner aus Forschung, Industrie, Vereinen und Verbänden gewinnen, die das östliche Mecklenburg-Vorpommern in eine Region zukunftsweisender Landwirtschaft mit digitaler Infrastruktur entwickeln wollen. Die Akteure kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten, wie zum Beispiel der Agrarwirtschaft, ingenieurwissenschaftlichen Bereichen wie der Robotik, der Automatisierungstechnik, der Geo-Informatik, autonomen Navigation und Fortbewegung aber auch aus der Pflanzenkunde und Ökologie. Gefördert wird das Bündnis als Teil des Förderprogramms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ vom Bundeforschungsministerium.

Technische Lösungen stoßen auf fruchtbaren Boden

„Die Digitalisierung muss ihren Beitrag leisten, damit Landwirtschaft künftig ihrer Verantwortung, eine wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren, gerecht wird“, sagt Rainer Langosch, Professor an der Hochschule Neubrandenburg im Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften. ArtIFARM will die digitalen Potentiale des Landes besser verknüpfen. „Dazu braucht es Kooperationsfähigkeit, Vertrauen und vor allem Kommunikationsfähigkeit“, so Langosch. Sind doch die Landwirte die ersten, die neue Methoden zum Einsatz bringen. So ist es auch ein Ziel von ArtIFARM, die Akzeptanz neuer Technologien und Künstlicher Intelligenz zu erhöhen.

"Wenn wir die Effizienz steigern, so könne dies auch zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft führen"

Mark Vehse

Die modernen Technologien der Landwirtschaft auf ein nächstes Level heben und sie noch intensiver nutzen, das ist auch das Ziel von Mark Vehse, Koordinator der WIR!-Initiative von der Hochschule Stralsund. „Gemeinsam mit der Region wollen wir Innovationen und Technologien entwickeln, dazu müssen wir uns im ersten Schritt strategisch vernetzen, um unsere Potentiale besser zu nutzen“, sagt der Professor für Konstruktion und digitale Produktentwicklung. „Wenn wir die Effizienz steigern, so könne dies auch zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft führen“, so Vehse. Damit ist zum Beispiel ein noch effizienterer und sparsamerer Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel gemeint.

Schon jetzt ist die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern international auf hohem Niveau. Doch angesichts der Herausforderungen der Zukunft, wie der steigenden Weltbevölkerung, ist eine Unterstützung bei der weiteren Umsetzung innovativer Technik nötig. Das Bündnis geht drei Handlungsfelder an: Intelligente Lösungen für Feldmanagement, Maschinen- und Lager-Sharing sowie Beschaffungs- und Vertriebsgemeinschaften.

Wenn diese Lösungen umgesetzt werden, könnte die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zur Modellregion für ganz Europa werden.

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