Corona-Tests – einfach, mobil und schnell

Ein bundesweites Spezialistennetzwerk auf dem Gebiet der personalisierten Diagnostik und Medizin entwickelt hochzuverlässige Schnelltests, die auch im mobilen Einsatz leicht handzuhaben sind.

Wissenschaftlerin forscht an Corona-Schnelltests

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von PARMENIDes forschen an Schnelltests gegen das Corona-Virus.

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Schließungen von Schulen und Unternehmen, Kontakteinschränkungen, Lockdown light oder hart bestimmen unser Leben. Im Fokus von Entwicklung und Forschung innerhalb des "PARMENIDes"-Bündnisses stehen Aktivitäten, die helfen sollen, das Corona-Infektionsgeschehen besser unter Kontrolle zu beommen. Die bundesweite Initiative von Spezialistinnen und Spezialisten auf dem Gebiet der personalisierten Diagnostik und Medizin wurde vom Bundesforschungsministerium im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ gefördert. Das BMBF unterstützt weiterhin aussichtsreiche PARMENIDes-Projekte. Dazu gehören u.a. verlässliche Schnelltests, die sofort ein sicheres Ergebnis anzeigen und sich ohne Laborpersonal und -equipment an den unterschiedlichsten Orten leicht realisieren lassen.

Nachweis durch Streifentest

DIREKT-Dx heißt ein Projekt zur Entwicklung solch eines Schnelltests. Hier arbeiten Partner mit „Vorerfahrung“ auf dem Gebiet der Antikörperforschung und -herstellung zusammen. Damit spezielle Antikörper gegen SARS-CoV2 im schnellen Streifentest oder als direkter Nachweis auf der Atemschutzmaske funktionieren, müssen sie hochspezifisch und stark bindend sein. Die „besten“ Antikörper sollen dann auch als Wirkstoff gegen die Covid-19-Erkrankung zum Einsatz kommen.

Ein Forschungspartner ist die Universität Potsdam. Dort wurden in BMBF-geförderten Projekten u.a. Grippe-Subtypisierungen für die Verbesserung der Impfstoffvorhersage entwickelt, ebenso ein in vitro-Verfahren zur Herstellung kamelider Antikörper. Die sind besonders stabil und kommen auch im DIREKT-Dx-Projekt zum Einsatz. Zweiter Partner ist die Preclinics GmbH in Potsdam. Sie hat bereits Coronaviren künstlich hergestellt und bietet beste Voraussetzungen für die Überprüfung der Immunisierung in vitro und an lebenden Spezies.

Nachweis durch mobilen Test

Was die Lockdowns in diesem Jahr auch zeigen: Die freie Mobilität ist ein entscheidender Faktor für das Funktionieren unser aller Leben. Auch in den Gesundheitseinrichtungen selbst ist die Mobilität von Personal und Patienten für optimale Betriebsabläufe unerlässlich. Das Projekt TRAVEL-Dx hat das Ziel, die Diagnostik vor Ort mit weniger apparativem und personellem Einsatz zu vereinfachen und zu beschleunigen. Es setzt dabei auf einen Nukleinsäure-Nachweis, der ohne den Laboraufwand der PCR-Tests auskommt. Diese mobilen Schnelltests könnten etwa in der Krankenversorgung, auf Pflegestationen, in Krankentransporten eingesetzt werden. Auch in Bahnverkehr und Luftfahrt ist deren Anwendung denkbar. Das Institutsteil „Bioanalytik und Bioprozesse“ des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI-BB in Potsdam-Golm und die Universität Potsdam sind Partner in diesem Projekt.

Nachweis genetischer Beeinflussung

Wovon hängt es ab, ob COVID-19 einen leichten oder schweren Verlauf nimmt? Wissenschaftler wollen jetzt der These nachgehen, dass die individuelle genetische Veranlagung mitbestimmt über unterschiedliche Verläufe von symptomfrei bis tödlich. „EPI-Dx – Epidemiologische Untersuchung zu Peptid-Signaturen, Immunität, genetische Prädisposition sowie Veränderungen des SARS-CoV-2“ heißt das Vorhaben von drei Partnern aus der Wirtschaft. Die ATLAS Biolabs GmbH, ein zertifiziertes Prüflabor aus Berlin, bietet Daten über molekulargenetische Analysen. Die in.vent Diagnostica GmbH aus Hennigsdorf stellt qualitativ hochwertige humane Biomaterialien für die diagnostische Industrie her, und die Berliner Microdiscovery GmbH unterstützt die Entwicklung prädiktiver Biomarker für den Verlauf von COVID-19.

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