Corona-Radar als Orientierungshilfe

Berliner Expertinnen und Experten für digitale Kommunikation entwickeln einen KI-basierten Corona-Radar. Er liefert Daten, Analysen, Zusammenfassungen und letztlich Entscheidungshilfen für global agierende Unternehmen.

Warum werden in der Corona-Krise mehr Bioprodukte gekauft? Gibt es dafür neue Argumente? Mögen die Kunden der Hygiene wegen doch lieber die eingeschweißte Gurke, obwohl die Folie ein schlechtes ökologisches Image hat? Worüber tauschen sich Konsumenten positiv aus? Worüber negativ? Wüssten Anbieter – Bio-Bauern, Automobilhersteller oder Reiseunternehmen – auf diese und ähnliche Fragen umfassende Antworten, könnten sie schnell und zielgenau auf verändertes Kaufverhalten reagieren. Aber wer hat so viel Zeit, soziale Netzwerke zu durchforsten, auf globalen Nachrichten-Plattformen zu recherchieren, Unternehmens-Webseiten im Auge zu behalten, Forschung und Entwicklung zu beobachten oder Markenkommunikation zu verfolgen?

Schaubild

Das Umfeld ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens – ein Schaubild für die mit der Content-aIntelligence-Plattform beobachtbaren Ereignisse. 

Ubermetrics

Die Ubermetrics Technologies GmbH kann das. Der 2011 gegründete Spezialist für KI-basierte Medienanalyse in Berlin hat eine inzwischen marktführende Content-Intelligence-Plattform entwickelt. Künstlich intelligente Systeme übernehmen die Recherche, Anreicherung und Analyse, Kombination, Zusammenfassung und Internationalisierung von Wissensinhalten – „Kuratierung“ fasst das als Begriff zusammen. Ubermetrics ist Partner im Berliner „QURATOR“-Bündnis. Dieser vom Bundesforschungsministerium geförderte Wachstumskern entwickelt Kuratierungstechnologien, die in die Ubermetrics-Plattform mit einfließen.

Digitale Informationssuche ...

Die Content Intelligence-Plattform von Ubermetrics wird von etwa 300 Kunden weltweit genutzt, darunter Industrieunternehmen, Medien und Verlage. „Wir können sie auf anwenderspezifische Fragen einstellen“, sagt Unternehmensgründer Daniel Siewert. Er spricht unter anderem von Risiken, die seine Kunden frühzeitig (er)kennen wollen, um effektiv und wirtschaftlich zu handeln. Auch ganz ohne das Corona-Virus könnten globale Lieferketten unverhofft gestört werden; Umweltkatastrophen oder Kriege beispielsweise könnten die Märkte für bestimmte Produkte beleben oder zusammenbrechen lassen. Auch der globale Wettbewerb kann zum akuten Handeln zwingen.

„Unsere intelligenten Kuratierungstechnologien beobachten vollautomatisch 460 Millionen offizielle Online-Medienquellen. Dazu gehören große News- und Nachrichtenportale sowie auch YouTube, Twitter und Instagram“, erklärt Daniel Siewert. Die Ubermetrics-Plattform biete Entscheidungshilfen basierend auf anwenderorientiert gesammelten, analysierten und zusammengestellte Daten, Fakten, Stimmungen, Meinungen.

... Analyse und Bewertung

Produkt-Managerin Myriam Romoth kennt die Bedürfnisse von Ubermetrics-Kunden. „Gegenwärtig kommt in den Gesprächen immer wieder eine zentrale Frage auf: Welche Auswirkung hat Corona auf mein Produkt, meine Dienstleistung? So kamen wir auf die Idee, unsere Content-Intelligence-Plattform mit einem Corona-Radar auszustatten“, sagt sie und erklärt diese Art Informationskanal am Beispiel der Reisebranche. „Die intelligenten Kuratierungstechnologien können aus den gesammelten Falldaten nicht nur die Gesundheitsrisiken in einem Land oder in einer Region bewerten. Sie beobachten zudem das Kommunikationsverhalten, etwa in öffentlichen Foren, und leiten daraus das Stimmungsbild vor Ort ab.“ Schließlich sei auch der Wohlfühlfaktor nicht unerheblich für eine effektive Erholung. So könnten Reiseunternehmen den Corona-Radar als Orientierungshilfe bei ihrer Kundenberatung nutzen.

Für international agierende Industrieunternehmen, sagt die Produktberaterin, könne der Corona-Radar ein Warnsystem sein, wenn etwa die Produktion bei Zulieferfirmen unterbrochen ist. Ebenso gut könne er positive Signale empfangen und weitergeben; unter anderem wenn aus der Konsumentenkommunikation eine verstärkte Produktnachfrage hervorgeht, etwa nach Technik für das Homeoffice. Hersteller und Händler könnten entsprechend schnell reagieren. „Kenntnisse über das Umfeld sind entscheidend für den unternehmerischen Erfolg“, fasst es Daniel Siewert zusammen.

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